Dermatologische Beratung zu Low-Level-Lasertherapie bei Haarausfall in Hanau
Blog Haarmedizin

Low-Level-Lasertherapie (LLLT) gegen Haarausfall: Was sagt die Wissenschaft?

Die Low-Level-Lasertherapie, auch Photobiomodulation genannt, ist eine nicht-invasive Methode mit rotem oder nahinfrarotem Licht niedriger Intensität. Sie soll biologische Prozesse in der Kopfhaut und an den Haarfollikeln unterstützen.

Besonders diskutiert wird LLLT bei androgenetischer Alopezie bei Männern und Frauen. Entscheidend bleibt aber eine medizinische Diagnose, denn nicht jeder Haarausfall hat dieselbe Ursache.

1 Schematische Darstellung des Haarzyklus mit Anagen Katagen Telogen und Exogenphase

Der Haarzyklus

Jedes Haar folgt einem natürlichen Zyklus aus Wachstumsphase, Rückbildungsphase, Ruhephase und Ausfallphase. Bei androgenetischer Alopezie verkürzt sich die Wachstumsphase häufig zunehmend.

Das Ziel einer seriösen Haartherapie ist deshalb nicht nur „mehr Haare“, sondern eine medizinische Stabilisierung des Haarzyklus, soweit dies je nach Ursache realistisch möglich ist.

2 Patientin unter einer Low-Level-Lasertherapie-Lampe zur unterstützenden Behandlung von Haarausfall

Was ist Low-Level-Lasertherapie?

Die Low-Level-Lasertherapie nutzt rotes oder nahinfrarotes Licht niedriger Intensität. Sie ist nicht ablativ, schneidet nicht und verletzt die Kopfhaut nicht.

Das Licht soll in tieferen Schichten biologische Prozesse anregen, ohne die Hautbarriere zu zerstören oder eine klassische Laserwunde zu erzeugen.

Wirkmechanismen

Wie kann Low-Level-Lasertherapie biologisch wirken?

Mitochondrien Aktivierung und ATP Produktion durch Low-Level-Lasertherapie

Mitochondrien-Aktivierung

Lichtenergie kann von Zellstrukturen aufgenommen werden. Diskutiert wird eine gesteigerte ATP-Produktion und eine verbesserte zelluläre Aktivität im Follikelmilieu.

Reaktivierung von Zellen im Haarfollikel durch Photobiomodulation

Reaktivierung follikulärer Zellen

LLLT kann biologische Signale im Bereich der Haarwurzel beeinflussen und möglicherweise die Rückkehr in eine aktivere Wachstumsphase unterstützen.

Verbesserung der Mikrozirkulation durch Photobiomodulation

Mikrozirkulation

Photobiomodulation kann Stickstoffmonoxid-Signalwege und die lokale Mikrozirkulation beeinflussen. Dadurch können Sauerstoff- und Nährstoffversorgung unterstützt werden.

Zelluläre Modulation und entzündungsbezogene Effekte bei Low-Level-Lasertherapie

Entzündungsmodulation

Ein reduzierender Effekt auf bestimmte entzündliche Mediatoren wird beschrieben. Das kann ein günstigeres Umfeld für Haarfollikel schaffen.

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Welche Ergebnisse sind realistisch?

Schematische Darstellung verbesserter Follikelversorgung bei Low-Level-Lasertherapie

Studien berichten bei geeigneten Patientinnen und Patienten über Verbesserungen der Haardichte, Haaranzahl und Haarqualität. Die Effekte entstehen nicht sofort, sondern über Monate.

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Normaler vs. miniaturisierter Follikel

Vergleich von ausgedünnten und regenerierenden Haarfollikeln

Bei androgenetischer Alopezie werden Haarfollikel zunehmend kleiner. Die Haare werden feiner, kürzer und weniger pigmentiert.

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Kombinationen

LLLT wird häufig nicht isoliert betrachtet, sondern als Baustein eines Therapiekonzeptes nach Diagnostik.

  • LLLT + Minoxidil
  • LLLT + Finasterid, falls geeignet
  • LLLT + PRP
  • Mesotherapie oder ergänzende Konzepte
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Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Low-Level-Lasertherapie ist nicht invasiv, in der Regel schmerzfrei und verursacht normalerweise keine soziale Ausfallzeit. Nebenwirkungen sind bei sachgerechter Anwendung selten.

Nicht invasive Low-Level-Lasertherapie Nicht invasiv
In der Regel schmerzfreie Low-Level-Lasertherapie In der Regel schmerzfrei
Keine soziale Ausfallzeit nach Low-Level-Lasertherapie Keine soziale Ausfallzeit
Sehr gut verträgliche Low-Level-Lasertherapie Sehr gut verträglich
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Eine medizinische Beratung bleibt entscheidend

Haarausfall kann hormonell, genetisch, entzündlich, medikamentös, infektiologisch, ernährungsbedingt oder stressassoziiert sein. Vor einer Therapie sollte die Ursache geklärt werden.

  • Ursache des Haarausfalls bestimmen
  • Stadium und Verlauf dokumentieren
  • Kontraindikationen ausschließen
  • Therapie realistisch planen
Medizinische Checkliste und Terminplanung vor Low-Level-Lasertherapie bei Haarausfall
Fazit

LLLT ist ein möglicher Baustein, aber keine Ersatzdiagnose

Die Low-Level-Lasertherapie kann bei ausgewählten Formen von Haarausfall, insbesondere bei androgenetischer Alopezie, eine unterstützende Option sein. Sie ersetzt jedoch keine dermatologische Diagnostik und keine individuell geplante Behandlung.

In der Haarsprechstunde wird entschieden, ob LLLT allein, ergänzend zu Minoxidil, PRP, medikamentösen Konzepten oder anderen Verfahren sinnvoll ist.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Avci P, Gupta GK, Clark J, Wikonkal N, Hamblin MR. Low-level laser light therapy for treatment of hair loss. Lasers in Surgery and Medicine. 2014.
  2. Jimenez JJ et al. Efficacy and safety of a low-level laser device in the treatment of male and female pattern hair loss. American Journal of Clinical Dermatology. 2014.
  3. Lanzafame RJ et al. The growth of human scalp hair mediated by visible red light laser and LED sources in males. Lasers in Surgery and Medicine. 2013.
  4. Gupta AK, Foley KA. A critical assessment of the evidence for low-level laser therapy in the treatment of hair loss. Dermatologic Surgery. 2017.